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Wörter machen Leute

Was tun Menschen ca. 70.000 – 100.000 mal pro Tag? Sie produzieren Wörter, die beruflich und privat über Erfolg oder kommunikative Bruchlandung entscheiden. Das betrifft Sie genauso wie mich!

Bilder werden von uns zwar schneller wahrgenommen, aber umso rascher auch wieder vergessen. In unserer Lebenswelt nicht nur online sind wir permanent von (sprachlichen) Zeichen umgeben: angefangen beim Toilettenschild „Damen“ bis hin zur bunten Social-Media-Welt mit ihren Posts, Memes und Kommentaren. Doch auch der Online-Bereich wird wesentlich durch nicht-technische Faktoren bestimmt, da es Menschen sind, welche die Kommunikationsströme im Internet verursachen: Themen werden eingeführt, diskutiert, bewertet, ein Wort führt zum anderen… Auch analog gilt das Gesetz: Eine Aussage, die jemand „in den falschen Hals bekommt“, kann für einen krisenbehafteten Arbeitstag oder Abend im Privaten sorgen.

Sie merken, worauf ich hinauswill: Es ist letztlich die Macht der Wörter und deren Interpretation, mit der wir erfolgreich oder desaströs durch unser (Berufs-)Leben kommen. Diese Sprachmacht und unsere Kontrolle darüber werden jedoch fast ausschließlich von allen Menschen unterschätzt bzw. nicht ausgeschöpft.

Da wir alle jeden Tag Sprache verwenden, meinen wir, automatisch Sprachexpertinnen zu sein und klar auszudrücken, was wir wollen.

Leider stimmt diese weit verbreitete Annahme nicht, denn das eigene Gehirn ist gar nicht in der Lage, alle Wörter aufzunehmen und zu verarbeiten, die wir täglich produzieren oder rezipieren. Zudem: die wenigsten Menschen reflektieren ernsthaft darüber, was sie selbst gesagt haben. Das können sie, ehrlich gesagt, auch gar nicht vollends: Sprachverarbeitung läuft zum großen Teil unbewusst ab. Wir vermischen Welt- und Erfahrungswissen aus früheren Gesprächen mit dem aktuellen Wortsalat, legen unsere Interpretationen darüber und halten dies dann für das Gesagte. Selbiges gilt für die Aussagen, die wir hören. Diese Tatsache wird immer wieder in der Polizeiarbeit ersichtlich, wenn Zeugen wieder und wieder ihre Aussagen wiederholen. Jeder hat etwas anderes gesehen – und bei jeder erneuten Befragung verändert sich die Aussage ein wenig. Sie können das an sich selbst testen, wenn Sie versuchen, mehreren Menschen die gleiche Story zu erzählen – dieselbe wird es nie werden.

Wer nimmt sich schon täglich auf Handy oder Aufnahmegerät (soll es ja noch geben) auf, um die eigene Sprache auf ihre Konsistenz hin zu analysieren? Nur ein paar verschrobene Sprachwissenschaftlerinnen oder Psychologinnen allemal.

Der bewusste Fokus auf die eigene Sprache lohnt sich allerdings: Er fördert nicht nur Sprachbewusstsein und Sprachkompetenz, sondern auch grundsätzlich eine kritisch-reflexive Geisteshaltung, mit der sich frau auf ins Leben macht. Sprechen und Denken sind dialektisch miteinander verbunden. Bei Erwachsenen gibt es kaum Denkvorgänge, bei denen Sprache keine Rolle spielt – so auch im Berufsleben. Unsere Gedanken bleiben vom Sprechen nicht unbeeindruckt sowie umgekehrt. Mit Sprache kann frau motivieren, aber auch Vorurteile aufrechterhalten. Anders gesagt: Soziale bzw. gesellschaftliche Zusammenhänge werden durch Sprache geschaffen, Sprache wiederum durch gesellschaftliche Zusammenhänge geprägt. Beispielsweise ist die Einführung der Frauenquote Ausdruck der Emanzipation der Frau in der deutschen Gesellschaft, das Wort Quotenfrau dagegen ein sprachlicher Niederschlag dieser gesellschaftlichen Entwicklung.

Das folgende E-Book wird sich daher mit Grundsätzen unseres Denkens und seinen sprachlichen Auswirkungen auseinandersetzen, die Ihnen nach deren Kenntnis hoffentlich das Leben erleichtern werden. Machen Sie sich nun auf in IHR Leben, das die Summe aus IHREN Wörtern und IHREM Denken ist!

Ihre Dr. fem. Fatale

>>> E-Book jetzt schon sichern unter info@drfemfatale.de

Kommunikation – und Mensch sein – ist nicht einfach, aber überraschend wendungsreich. 

Dieses Buch musste geschrieben werden. Es schlummerte in mir – schon seit 32 Jahren. Bereits in meiner Kindheit hatte ich den Wunsch, eine – meine – Geschichte aufzuschreiben. Wenn ich dann abends vom Herumtoben nach Hause kam, waren sie aber wieder in weiter Ferne, die Gedanken, die mich über den Tag getragen hatten, und die Motivation gering, sie wieder auszugraben. Ein paar Tagebücher füllten sie dann später sowie zahlreiche Brieffreundschaften, die damals in den 90ern Mode waren – weibliche sowie männliche. Ein zusammenhängender Plot wurde nie daraus, nur ein paar kleine Gedichte, Emotionstagebücher und Blogeinträge, bis meine wissenschaftliche Laufbahn mit diversen fachsprachlichen Publikationen in der Linguistik begann. Das Schreiben hat mich immer irgendwie begleitet, auch wenn ich es nicht direkt als Metier ausgewählt hatte. Das Denken auch.

Ich hatte nie geglaubt, dass dieser Punkt so früh in meinem Leben kommen würde, an dem ich behaupten würde, meine Erfahrungen wären reif, sie abzutippen. Aber hier ist er. Ich danke Ihnen, dass Sie mir dies möglich gemacht haben.

Ich komme mir (oder besser: ein Teil von mir) fast ein wenig seltsam vor, in meinem Alter bereits von „meiner Geschichte“ zu sprechen, die sowohl schreibens- als auch lesenswert sei – ein typisch weibliches Denkmuster, gegen dessen Aufkommen ich vorerst auch nichts tun kann. Machen wir uns aber klar: Theoretisch könnten die Gedanken eines jeden Menschen, die er oder sie täglich hat, Bände füllen: 13.000 pro Tag, nimmt man an, aber leider wenig neue oder produktive Gedanken finden sich in unserer Denkwerkstatt, da das Gehirn per se ein faules Organ ist, Energie sparen möchte, und wir daher nur 2% neue Gedanken am Tag denken. Denken strengt an. Neue (synaptische) Wege einzuschlagen, umso mehr. Die alten Gedankenautobahnen sind so viel bequemer.

Wenn ich auf die letzten 32 Jahre meines Lebens zurückschaue (und das sind auch die einzigen, die es gibt), sehe ich diverse gedankliche Staus, Auffahrunfälle und Reifenpannen, die ich angesammelt habe. Lange Zeit habe ich unter Ängsten gelitten, die mich auch körperlich beeinflusst haben. Immer wieder begleitet wurde ich auch von Minderwertigkeitsgefühlen bezüglich meines Charakters, meines Körpers oder meines Werdegangs. Manchmal fand ich mein Leben so anstrengend, dass ich nicht mehr wusste, warum ich es mir ausgesucht hatte.

Mit 16 habe ich ein Foto von Angela Merkel in unserem Klassenzimmer aufgehängt, da ich fand, Frauen in der Politik seien unterrepräsentiert. In meiner Studienzeit kämpfte ich gegen Tiertransporte und verteilte Flyer in exklusiven Boutiquen gegen das Tragen von Pelz. Später kündigte ich meinen überaus gut bezahlten Job als Kommunikationsleiterin in einem Unternehmen, weil ich die vorgegebene Unternehmenskultur nicht unterstützen wollte und mich weigerte, gewisse Dinge zu kommunizieren.

Was sich wie ein roter Faden durch mein Leben zieht, ist das Hinterfragen bzw. Aufbegehren gegen das, was als „normal“ gilt und meist (überholte) Bräuche einer bestimmten Gruppe darstellt, die Privilegierte auf Kosten anderer schützt. Diesen „anderen“ wollte ich eine Stimme geben − mit meiner Sprache. Nicht umsonst habe ich die Protestsongs der 1968er in meiner Magisterarbeit untersucht. Ich war und bin Zweiflerin und habe immer eine Vision von mir und der Welt gehabt, wie beides noch besser werden könnte.

So studierte und promovierte ich in der Wissenschaft, die sich mit dem Gebrauch der Sprache und deren Regeln beschäftigt: der Linguistik. Mein familiärer Background ist allerdings nicht-akademisch und eher kleinbürgerlich geprägt. Ich war die erste, die in unserer Familie studierte, geschweige denn promovierte, und hatte keine Ahnung vom großbürgerlichen Machthabitus, der mir vielerorts entgegenschlug. Umso aufmerksamer wurde ich darauf, vor allem dann, wenn Menschen ihr Amt oder ihren Titel als Rolle zur Ausübung von Autorität ausnutzen und sich als Mensch dahinter versteckten. Ich habe an mir selbst erfahren, wie Aussagen, die andere über die Welt oder über mich trafen, mein Selbst erschütterten, aber auch wie ich durch den Einsatz von sprachlichen Techniken wieder einen ganzen Teil meines Selbst reaktivieren konnte.

Über 10 Jahre an Sprachforschung, Therapie, Coaching, Fachliteratur und permanenter sprachlicher Selbstarbeit haben mich zu dem gemacht, was ich heute hier offenlege. Einer meiner Studenten hat mich sehr treffend als „fesches Chamäleon“ bezeichnet. Ich fühlte mich sehr geehrt, nicht nur weil ich Chamäleons entzückend finde, sondern weil es das trifft, als was ich mich auch selbst sehen möchte (leider ist unser Selbstbild nie zu 100% mit dem Fremdbild übereinstimmend). Ich bin fast immer bereit, die Farbe zu wechseln, aber ich, und das unterscheidet mich von meinem Reptilienfreund, bestimme die Farbe, nicht meine Umgebung. Ich bin zu unkonventionell für die klassische Business-, aber auch Universitätswelt. Daher habe ich mir mein kleines Universum geschaffen, in dem ich existieren kann: Ich wollte und will wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Linguistik für andere verständlich zugänglich machen!

Während meiner Promotion hatte ich bereits diese Gründungsidee und einige Zeit nebenberuflich als Beraterin gearbeitet, traute mich aber vorerst nicht komplett in die Selbstständigkeit. 2015 war ich dann körperlich sowie kognitiv so weit und gründete endlich LU-Linguistische Unternehmenskommunikation, die erste linguistische Unternehmensberatung in Deutschland. Sprache ist das primäre Medium, über das wir Welt und Wissen (er-)fahren und vergegenständlichen, das vergessen viele Menschen jeden Tag. Alle Systeme, seien es Menschen, Städte oder eben Unternehmen, müssen sich als Teil der Gesellschaft in einen Kommunikationsprozess integrieren. Meist geschieht dies jedoch nicht ethisch oder sprachlich effektiv, wie ich durch meine beruflichen Tätigkeiten erfahren sollte. Das Ziel meines Lebens ist es daher, authentische Kommunikation und gegenseitiges Verstehen durch Sprachanalysen zu verbessern. Das weitere (sprachliche) Handeln von Menschen trifft erst dadurch sein eigentliches Ziel. 2016 etablierte sich dann, aufgrund steigender Nachfragen von Frauen oder dem Netzwerk FIELFALT, die Linguistische Praxis Dr. fem. Fatale, unter der Workshops zu den Themen Womanomics – Weibliche Gehaltsverhandlung sowie Marke w-weiblich angeboten werden, ebenso Vorträge und Gender-Audits.

Wenn die Worte nicht stimmen, dann ist das, was gesagt wird, nicht das Gemeinte. Wenn das, was gesagt wird, nicht das Gemeinte ist, dann sind auch die Taten nicht in Ordnung.

Das stammt von Konfuzius. Meine Begeisterung, Menschen das nötige Verständnis für Sprache und Kommunikation mit auf ihren Weg zu geben, war der Grundstein meines bisherigen Werdegangs und sollte nun endlich niedergeschrieben werden: eine Mixtur aus Erfahrungs- und Fachwissen, das ich bis dato angesammelt habe, das ich bereits an diverse Teilnehmerinnen in Seminaren, an Studierende und andere Interessierte weitergegeben habe. Über diese Tätigkeiten habe ich inspirierende Menschen kennengelernt, die ich bereichern durfte, die aber auch mich in vielerlei Hinsicht geprägt haben. Dafür bin ich sehr dankbar.

Es ist das ehrlichste Ich, das ich in diesem Moment des Schreibens sein kann.

Inzwischen lebe ich durch meine Selbstständigkeit mit einem vergleichsweise großen Anteil an äußerer Unabhängigkeit in einem Leben, was sich auch in anderen Bereichen in meinem Leben niederschlägt, z.B. in meinem Konsum-, Besitz- und Ernährungsverhalten: ich bin genau diejenige, die ich jetzt gerade sein möchte, beruflich und privat (die künstliche Trennung durch beruflich oder privat können Sie ab jetzt aus Ihrem Wortschatz streichen, da sie nicht existiert. Beide Bereiche beeinflussen sich ständig, wir geben unsere Persönlichkeit ja nicht an der Eingangspforte ab), obwohl mich auch immer wieder zweifelnde Gedanken beschleichen, das Grübeln lässt mich nicht los. Von einem meiner lieben Wegbegleiter Christian Gugumus habe ich hier den Ausdruck „konstruktive Unzufriedenheit“ gelernt, der mich besänftigt.

Es ist eine der Aufgaben, die ich mir selbst gestellt habe, anderen Menschen das Wissen um die erfolgreiche sprachliche Positionierung weiterzugeben, um sie zu ermuntern, das Selbst zu werden, das sie sein möchten. Mit regelmäßigem sprachlichen Training ist genau dies möglich, am eigenen Denken zu arbeiten und auf lange Sicht auch Veränderungen an sich zu erwirken. Das eigene veränderte Verhalten wird Auswirkungen auf die Wahrnehmung anderer haben, denn diese bekommen dadurch wiederum die Möglichkeit und den Impuls, sich und ihre sprachliche Handlungsweise zu überdenken.

Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt.

Diesen Satz hat ein kluger Sprachwissenschaftler einmal geschrieben (fragen Sie Google selbst, wenn es Sie interessiert). Das Buch und ich möchten dazu beitragen, dass Sie diese Grenzen verschieben und möglicherweise andere Ausfahrten von der Autobahn nehmen wie bisher. Es möchte Sie bestärken und ein Ratgeber für Ihre Wort- und Denkwahl sein.

Zu Sein-gehört immer auch Nicht-Sein.

Das Buch möchte nicht nur Frauen ansprechen, denn es ist weit mehr als ein Business-Ratgeber für Frauen. Es hinterfragt grundlegende Sprach- und damit Denkweisen, die unser gesamtes Leben prägen. Es gibt methodisch angeleitete Ratschläge, wie wir mit unproduktiven Denk- und Sprachmuster umgehen können, um die zu werden, die wir sein wollen.

Jeder kritisch reflektierende Mensch kann sich also angesprochen fühlen, d.h. auch Männer. Moderne Rollenkonzepte gehen weg von einem Schwarz-Weiß-Denken, das immer mit Machtgefällen verbunden ist, hin zum flexiblen weiblich-männlichen Rolleninventar (das Zukunftsinstitut spricht hierbei etwa vom Gender Shift).

Lassen Sie uns nun gemeinsam den Weg auf die Autobahn starten und gemeinsam unbeachtete Informationsschätze heben, die „zwischen den Zeilen“ bei Ihnen liegen.

Ich freue mich darauf, Sie als Beifahrerin begleiten zu dürfen und wünsche Ihnen eine inspirierende Lektüre!

 

Ihre Dr. fem. Fatale

P.S. Wenn Sie sich schon jetzt eine Ausgabe sichern möchten, schreiben Sie mir unter info@drfemfatale.de.