Indianer kennen keinen Schmerz – toxische Männlichkeit

Der Diskurs über „New Work“ und „agile Arbeit“ verspricht einiges: der Cheftypus des männlichen „Alpha-Tiers“ wandelt sich zum kooperativen Arbeiter. Führung braucht Fühlen, was auch als emotionale Agilität bezeichnet wird. Es ist ein Irrtum, dass Führen und Fühlen nichts miteinander zu tun haben, was wir in der Sprache vor allem bei Männern kennen. Indianer kennen keinen Schmerz, neben dem Weichei und dem Gefühlsheini/-dusel.

Ist Männlichkeit giftig?

Der Begriff toxische Männlichkeit oder Toxic Masculinity entstammt der mythopoetischen Männerbewegung der 80er- und 90er-Jahre und bekommt heute durch die digitale Welt wieder neuen Raum. Toxic Masculinity ist damals wie heute die Gender-Norm für Männer, die sie dazu zwingt, sich dominant bis aggressiv zu geben: Sei ein Mann. Auch als Cowboy-Narrativ beschrieben, leiden beide Geschlechter darunter, und vor allem junge Männer. Sie wollen keine autoritären dysfunktionalen Macher sein, sondern empathische Kollegen und Familienväter.

Mit Sprache kann Mann motivieren, aber auch Vorurteile aufrechterhalten.

Sprachlich gesehen, reicht es also nicht, nur ein Gendersternchen einzuführen. Bevor wir sprechen, müssen wir zuallererst unsere Stereotype kritisch hinterfragen. Wörter wie Manneskraft, seinen Mann stehen, Herr der Lage werden, Manpower, Manntage oder Abwertungen wie Weichei, Gefühlsheini, (Alpha-)Softi, Frauenversteher müssen Schnee von gestern werden.

Führung braucht Fühlen.

Eine essentielle Kompetenz für alle ist der Umgang mit und die Beweglichkeit von Gefühlen: Angst erzeugt im besten Fall Bewegung, Wut schafft Klarheit. Autorität leitet sich nicht mehr aus dem Status ab, sondern aus einer emotionalen Autorität. Wer geübt ist im Führen und Kommunizieren der eigenen Gefühle, hat mehr Zeit für freies und kreatives Denken.

Inhalte & Ziele dieser Keynote

Inhalte

  • New Work
  • Agile Arbeit
  • Moderne Führungsstile – Führen & Fühlen

Ziele

  • Bewusstsein für gesellschaftliche Rollenverteilung in der Sprache
    schaffen
  • Vorurteile durch gendergerechte Sprache einführen
  • Abbau gedanklicher Blockaden
  • Freilegen von kognitivem Potential durch sprachliches Reframing
  • Eliminierung von Wörtern mit selbstschädigendem Potential
  • Gewinnung von Sprach- und Selbstsicherheit

Dauer: Max. 50 min. Ergänzt werden die Inhalte durch Quizfragen und Interaktion mit dem Publikum.

Videoausschnitt aus dem Vortrag