Am 9. November 2020  von Alena Bugla

„Spra­che ist das pri­mä­re Medi­um, über das wir Welt und Wis­sen (er-)fahren und ver­ge­gen­ständ­li­chen – dies ver­ges­sen vie­le Menschen“

Das Buch „Spra­che denkt (fe)male“ von Dr. Simo­ne Burel hilft dir dabei, die Grund­sät­ze unse­res Den­kens und sei­ne sprach­li­chen Aus­wir­kun­gen zu ver­ste­hen. 2021 wird die zwei­te Auf­la­ge des Buchs im Wis­sen­schafts­ver­lag Sprin­ger erschei­nen. In die­sem Bei­trag geben wir einen klei­nen Sneak-Peak zu dem Buch, um die War­te­zeit bis zur Neu­auf­la­ge zu ver­kür­zen. Was hat die Sicht­bar­keit von Frau­en in der Spra­che mit ihren Chan­cen auf eine Füh­rungs­po­si­ti­on zu tun? Wie kön­nen wir durch simp­le sprach­li­che Übun­gen mit nega­ti­ven Denk­mus­tern Schluss machen? Fin­de es heraus!

Das Chef­arzt-Rät­sel

Vor ein paar Jah­ren kur­sier­te im Netz das soge­nann­te Chef­arzt-Rät­sel. Pro­bie­re es doch direkt aus: Den­ke an das Wort „Chef­arzt“. Wen oder was hast du vor Augen? Wenn du ehr­lich zu dir bist, ist die Per­son in dei­nem Kopf­ki­no höchst­wahr­schein­lich männ­lich, oder? Die meis­ten Men­schen den­ken bei die­sem Wort zunächst an einen Mann. Und sie tun das nicht nur bei die­sem Wort: Die meis­ten von uns den­ken bei der Ver­wen­dung des gene­ri­schen Mas­ku­li­nums eher an eine männ­li­che Per­son. Das wur­de bereits in etli­chen Stu­di­en nach­ge­wie­sen, z.B. in der Unter­su­chung „Kön­nen Geo­phy­si­ker Frau­en sein?“. Erst wenn bei­de Geschlech­ter expli­zit genannt wer­den, also Chef­ärz­te und ‑ärz­tin­nen, steigt auch die Anzahl der Men­schen, die eine weib­li­che Per­son vor Augen haben.

Ein wei­te­res Phä­no­men lässt sich beob­ach­ten: Die meis­ten Men­schen asso­zi­ie­ren Füh­rungs­per­sön­lich­kei­ten wie zum Bei­spiel einen Chef­arzt auto­ma­tisch mit dem männ­li­chen Geschlecht. Das liegt dar­an, dass sie einem Mann mehr Füh­rungs­qua­li­tä­ten zuschrei­ben. Frau­en wer­den wie­der­um erwie­se­ner­ma­ßen weni­ger Füh­rungs­qua­li­tä­ten zuge­schrie­ben und sie wer­den weni­ger mit Füh­rungs­per­sön­lich­kei­ten asso­zi­iert als das männ­li­che Geschlecht. Aber war­um ist das so?

Wir den­ken in Schubladen

Die Ursa­che dafür liegt in unse­ren tra­dier­ten Denk­mus­tern. Wir den­ken in Ste­reo­ty­pen und haben vor­ge­fer­tig­te Bil­der und bestimm­te Annah­men von der Welt in unse­ren Köp­fen. So haben wir unter ande­rem genaue Vor­stel­lun­gen von Männ­lich­keit und Weib­lich­keit. Damit schrei­ben wir dem jewei­li­gen Geschlecht bestimm­te Eigen­schaf­ten zu. Ein sol­ches Schub­la­den­den­ken ver­ur­sacht sowohl im all­täg­li­chen Leben als auch im beruf­li­chen Kon­text gro­ße Probleme.

Auch unse­re gän­gi­gen Sprach­mus­ter und unser Sprach­ver­hal­ten spie­len dabei eine wich­ti­ge Rol­le, denn unse­re ver­in­ner­lich­ten Glau­bens­sät­ze und Men­schen­bil­der fin­den sich in unse­ren sprach­li­chen Aus­drü­cken wie­der. Bei vie­len Frau­en lässt sich bei­spiels­wei­se beob­ach­ten, dass sie oft nega­tiv über sich selbst spre­chen, nega­ti­ve Aspek­te ihres Lebens her­vor­he­ben. Sie fokus­sie­ren sich auf ihre Schwä­chen, weil sie unsi­cher sind oder gar Angst haben, ein­ge­bil­det zu wir­ken. Dies führt dazu, dass sie von ihrem Gegen­über auch genau­so wahr­ge­nom­men wer­den, wie sie selbst von sich spre­chen. Wer sich dage­gen auf die eige­nen Erfol­ge fokus­siert und posi­tiv über sich selbst spricht, wird von ande­ren ent­spre­chend posi­tiv wahr­ge­nom­men. Dies zeigt, dass wir zum größ­ten Teil selbst dafür ver­ant­wort­lich sind, wie unser Gegen­über uns wahr­nimmt und wie wir behan­delt wer­den. Unse­re Wort­wahl spielt dabei eine gro­ße Rol­le. Wenn du bei­spiels­wei­se nega­tiv besetz­te Wör­ter wie „Pro­ble­me“ mit ande­ren Aus­drü­cken wie „Ange­le­gen­hei­ten“ oder „Auf­ga­ben“ ersetzt, wirst du mer­ken, dass du auto­ma­tisch eine ande­re Denk­rich­tung ein­schla­gen und du auch von ande­ren posi­ti­ver wahr­ge­nom­men wirst.

„Spra­che setzt Gedan­ken, Gefüh­le und uns selbst in Bewe­gung – in wel­che Rich­tung aller­dings, hängt von uns selbst ab.“

Umso wich­ti­ger ist es also, sich von sol­chen Denk- und Sprach­mus­tern zu lösen und die eige­nen ver­in­ner­lich­ten Glau­bens­sät­ze und Denk­fal­len zu über­win­den. Denn unse­re Spra­che wird nicht nur von unse­rem Den­ken beein­flusst – auch unse­re Spra­che hat Ein­fluss auf das Denken.

Wie du das für dich nut­zen kannst, hast du eben am Bei­spiel der nega­tiv und posi­tiv besetz­ten Wör­ter gese­hen. Vie­le wei­te­re Bei­spie­le und Metho­den lernst du im Buch „Spra­che denkt (fe)male“. Anhand prak­ti­scher Übun­gen sowie per­sön­li­chen Erfah­run­gen von Dr. Simo­ne Burel erhältst du wert­vol­le Rat­schlä­ge, wie du dei­ne sprach­li­chen als auch kogni­ti­ven Gren­zen erwei­tern kannst, um somit selbst­be­wusst kom­mu­ni­zie­ren und han­deln zu kön­nen und die Per­son zu wer­den, die du sein möch­test! Bestel­le das Buch jetzt als E‑Book oder Hard Copy beim Wis­sen­schafts­ver­lag Sprin­ger vor!


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